Perspektiven für Jugendliche

in NRW

Qualität

Qualitätsstandards von Ausbildungspatenprojekten

Die folgenden Qualitätsbereiche sind aufgrund erfahrener und erprobter Instrumente der verschiedenen Projekte zusammengestellt und im Juni 2009 als Standards für Ausbildungspatenprojekte festgelegt worden. Es geht dabei um die Beschreibung von Mindeststandards, die von den einzelnen Projekten angestrebt werden sollen.

Akquisition, Auswahl von ehrenamtlichen Ausbildungspaten
  • Die Maßnahmen zur kontinuierlichen Werbung neuer Interessenten sind beschreibbar.
  • Zur Auswahl geeigneter Interessenten gibt es ein strukturiertes, beschreibbares Verfahren, zum Beispiel durch einen (Muster-) Gesprächsleitfaden zu biografischen und kompetenzbezogenen Fragen. Die Auswahl erfolgt zum Beispiel im Rahmen von Einzelgesprächen, die von der Projektleitung oder anderen kompetenten (ehrenamtlichen oder professionellen) Mitarbeitern der Projekte geführt werden. Die Auswahl kann auch in Gruppengesprächen oder als Informationsseminar erfolgen.
  • Das Auswahlverfahren wird dokumentiert (mindestens Termin und Ergebnis).
  • Absprachen zwischen Projekt und Ausbildungspaten werden in einer Vereinbarung festgehalten (z. B. Pflichten der Ausbildungspaten bezüglich der Berichterstattung über den Stand der Ausbildungspatenschaft an den Projektträger!).
Qualifizierung und Fortbildung der Ausbildungspaten
  • Die Projekte verfügen über ein Qualifizierungskonzept.
  • Fortbildungsangebote zu Themen wie beispielsweise Kommunikations- und Konflikttraining, Lebenswelt der Jugendlichen, eigenes Kompetenzprofil, Interkulturelle Kompetenz,  oder Rechte und Pflichten von Auszubildenden und Ausbildern werden angeboten.
  • Bei konkreten Anfragen von Ausbildungspaten können entsprechende Bildungsangebote entwickelt und/ oder bereitgestellt werden.
Vermittlung und Matching von Jugendlichen und Paten
  • Die Vermittlung erfolgt in Kooperation mit kontinuierlichen Ansprechpartnern für das Ausbildungspatenprojekt, zum Beispiel in Schulen oder Einrichtungen der Jugendberufshilfe.
  • Die Ansprechpartner der kooperierenden Institutionen kennen die Schüler und können die Kontaktaufnahme unterstützen. Die Jugendlichen sollten zu den Ansprechpartnern ein vertrauensvolles Verhältnis haben.

Es gibt ein beschreibbares Konzept für das Vermittlungsverfahren (Abläufe, Zeitplan, Art der Präsentation des Angebotes für die Jugendlichen,  etc.) und auch für das Matchingverfahren (Auswahl wer arbeitet mit wem?, Kennenlernen zwischen Pate und Jugendlichem, etc.)

Begleitung der Patenschaften
  • Die Ausbildungspatenprojekte garantieren, bei Problemsituationen und Anfragen von Ausbildungspaten innerhalb einer zu benennenden Frist zu reagieren, und zwar in Form eigener fachkundiger Beratung oder in Form der Vermittlung zu fachkundigen Kooperationspartnern (Beratungsnetz im Hintergrund).
  • Die Ausbildungspatenprojekte ermöglichen in regelmäßigen Abständen einen Erfahrungsaustausch für die Ausbildungspaten.
  • Die Ausbildungspatenprojekte halten von sich aus den Kontakt zu den Ausbildungspaten. Mindestens alle drei Monate soll ein Kontakt aufgenommen werden.
  • Je nach Bedarf und Möglichkeiten können Beratungs- oder Supervisionsangebote bereitgestellt werden.
Dokumentation / Evaluation

Durch ein Dokumentationssystem/Evaluation können Angaben zu folgenden Punkten gemacht werden:

  • Anzahl erfolgreicher Vermittlungen,
  • Anzahl gescheiterter Vermittlungsversuche,
  • Bestand an Ausbildungspatenschaften,
  • Anzahl abgeschlossener Ausbildungspatenschaften,
  • Angabe zur Dauer von Ausbildungspatenschaften,
  • Anzahl und Art der Kontakte innerhalb der Patenschaften.
Öffentlichkeitsarbeit

Die Ausbildungspatenprojekte betreiben Öffentlichkeitsarbeit, vor allem mit Blick auf die Werbung neuer ehrenamtlicher Interessenten an einer Ausbildungspatenschaft. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird dokumentiert.

Finanzierung

Die Ausbildungspatenprojekte verfügen über ein Finanzierungskonzept und akquirieren eigenständig Projektmittel, zum Beispiel Spenden, Mitgliedsbeiträge, Stiftungsmittel etc.

Begrenzte verfügbare Mittel für die qualitätsorientierte Projektkoordination bedingen die Anzahl möglicher Patenschaften.

Weitere wichtige Aspekte

Der Aufwand der beschriebenen Aufgaben ist abhängig von der vorhandenen Zahl an Ausbildungspatenschaften.

Der Richtwert für das Verhältnis von „Mitarbeitern“ in der Projektstelle zu den Patenschaften liegt bei einer halben Stelle je 30 Patenschaften. Falls die Projektmitarbeiter nicht „hauptamtlich/auf Honorarbasis im Projekt tätig sind, muss aber dennoch ihre Fachlichkeit gewährleistet/nachweisbar sein.

Die Patenprojekte arbeiten generationenübergreifend und integrativ und dienen dem Aufbau einer tragfähigen beruflichen Perspektive der Jugendlichen. Sie leisten einen Beitrag zur Reduzierung von Jugendarbeitslosigkeit und deren negativen Auswirkungen.

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Ausbildungspatenprojekte in NRW

Unsere Projekte auf einen Blick

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